PROJEKTSTRUKTUR

Die Frage der Nachhaltigkeit lässt sich nicht allein durch einen ökologischen Fokus lösen – an diesem Grundsatz orientiert sich auch die Struktur des Pilotprojekts DAS GRÜNE THEATER.

 

Neben dezidiert ökologischen sind es auch ökonomische, soziale, kulturelle und politische Faktoren, die die Nachhaltigkeit eines Theaters beeinflussen. Die Devise SCHNELLER, WEITER, HÖHER muss überdacht und die Frage, was Theater für den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit tun kann, auf allen Ebenen des Zusammenarbeitens besprochen werden. Nach diesem Vorbild baut sich die Projektstruktur auf. Wichtig ist hierbei, dass der Nachhaltigkeit ein anderer, neuer Stellenwert zukommt.


In diesem Zusammenhang gilt die Rechtsreihenfolge der Nachhaltigkeit: Die Prioritäten werden in dem Sinne sortiert, dass die Frage der Nachhaltigkeit bei Entscheidungen an erster Stelle steht. 

Zusammengehalten werden die unterschiedlichen Prozesse von der LENKUNGSGRUPPE. Sie ist dafür zuständig, die Infrastruktur und Kommunikationsstrukturen aufzubauen. Sie arbeitet dabei transparent nach innen und hat ein Mandat gegenüber der Theaterleitung und eine Stimme in der Geschäftsführung.


Sie führt das ganze Projekt in nationale und internationale Gremien, darunter die STRATEGIE KUNST KULTUR 22 unter Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer des Bundesministeriums. Des Weiteren ist DAS GRÜNE THEATER bereits Teil des ETC GREEN COMMITTEES.


Die Lenkungsgruppe sorgt so dafür, dass die Auseinandersetzung um ein nachhaltiges Theater aus dem Theater raus in die Kulturpolitik getragen wird, fördert den Prozess auch in der Leitungsebene und trägt ihn nach außen. 

Wichtiger Teil der Projektstruktur ist außerdem DIE GRÜNE MISSION, die als eigene Arbeitsgruppe für die interne Kommunikation zuständig ist und die Ideen und Vorhaben des Projekts in alle Abteilungen innerhalb des Hauses trägt und nach innen kommuniziert.

Die ARBEITSGRUPPEN sind Langzeitprojekte, die zunächst keine konkrete Zeit- und Zielvorgabe haben. Jede*r Mitarbeiter*in kann an jeder Arbeitsgruppe teilnehmen, denn es geht um die Vielzahl der Perspektiven. Kolleg*innen sind dazu angehalten, auch selbst Gruppen zu gründen, sobald es eine Idee, Anliegen, oder Unzufriedenheiten gibt. Die Größe einer Gruppe beschränkt sich meistens auf 3-5 Personen. In den Arbeitsgruppen steht das gemeinsame Erforschen, Erfinden und Erproben im Vordergrund, zunächst ohne über die Umsetzbarkeit nachzudenken.

Sobald sich aus den Arbeitsgruppen konkrete Vorhaben herauskristallisieren, können PROJEKTGRUPPEN entstehen, die sich dem Arbeitsziel annehmen, das die Arbeitsgruppe formulierte. Die Initiatoren des Vorhabens überlegen, wen und wessen Expertise es zur Umsetzung des Vorhabens braucht und setzen sich mit den jeweiligen Verantwortlichen und Fachleiter*innen zusammen und bilden eine Projektgruppe, ggf. auch mit Expert*innen von außen.

Grundlage der Zusammenarbeit auf allen Ebenen ist die Methode der SOZIOKRATIE 3.0. Diese löst bestehende Hierarchien nicht auf, sondern begreift diese als funktionale Hierarchien: Innerhalb der Struktur finden sich Menschen nach Interessen zusammen und bringen ihre jeweiligen Erfahrungsfelder mit in die Arbeitsgruppen. In den Arbeitsgruppen entscheidet nicht der Status oder die Mehrheit, sondern das Argument – solange kein stichhaltiges Argument dagegen vorliegt, ist man immer noch beschlussfähig!

Die Idee zu der Forschungs- und Arbeitsweise entstand im Gespräch mit dem Schauspieler SVEN HÖNIG (Staatsschauspiel Dresden). Im Wesentlichen wird es drei Arbeitsphasen der Arbeitsgruppen geben: „Die größtmögliche Utopie“, „Die Materialsammlung der Möglichkeiten“ und „Der Maßnahmenkatalog“. Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsphasen werden jeweils präsentiert, bevor die nächste Phase eingeläutet wird. Die Arbeitsgruppen versuchen in ihrer Ideenfindung und Diskussion ein „NEIN, ABER“ zu verhindert und durch ein „JA, UND“ zu ersetzen.

Die Methode der Soziokratie 3.0 und die Konsentmethode ermutigen dazu, neue Ideen zunächst zu umarmen und eine KULTUR DES AUSPROBIERENS zu etablieren, anstatt die Ideen bereits am Tisch tot zu reden und sich durch etwaige Unmöglichkeiten einzuschränken. DAS GRÜNE THEATER ist in seiner Form bisher einzigartig. Es gibt keine Vorbilder, an denen es sich in seiner breiten Ausrichtung orientieren könnte. Daher sind alle Teilnehmenden dazu aufgerufen, Unbekanntes zuzulassen, Scheitern zu können und immer auszuprobieren, was zunächst vielleicht als schwer vorstellbar erscheint. 

DAS GRÜNE THEATER wird begleitet von verschiedenen Expert*innen und Kooperationspartner*innen.


In Hinblick auf die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit werden wir beraten von den Kolleg*innen der Unternehmensbeartung ECOVERSUM.


Ebenso freuen wir uns über die Unterstützung von Prof. Dr. THOMAS SCHMIDT. Er steht uns bei der Erarbeitung und Auswertung der internen Umfragen der Mitarbeiter*innen zur Seite.


Darüber hinaus planen wir eine Workshop-Reihe mit COVOLUTION, um insbesondere den Teilnehmer*innen der Arbeitsgruppe und allen Interessierten des Schauspielhaus Graz die Methode der Soziokratie 3.0, einschließlich der Konsentmethode nahe zu bringen.

Durch regelmäßige Umfragen wird die Diskussion um eine objektive Facette erweitert. Die erste Umfrage drehte sich um das Thema der Kommunikation, die zweite wird sich der Mobilität widmen.

MOBILITÄT

SOZIALES